Ratgeber · Leitfaden

Dynamics 365: von ACS Direct Routing zu Teams Direct Routing

Microsoft stellt Azure Communication Services (ACS) als eigenständigen Dienst ein. Telefonie über ACS in Dynamics 365 Contact Center funktioniert noch bis einschließlich 30. September 2028 und danach nicht mehr. So bereiten Sie den Umstieg auf Teams Direct Routing vor.

Das Wichtigste in Kürze

  • ACS Direct Routing funktioniert bis einschließlich 30. September 2028. Danach funktioniert Telefonie über ACS in Dynamics 365 Contact Center nicht mehr.
  • Mit Teams Direct Routing behalten Sie Telefonieanbieter, Rufnummern und SBC (Session Border Controller).
  • Der Umstieg geschieht nicht automatisch. Er erfordert Bestandsaufnahme, Lizenzen, neue Konfiguration und Tests.
  • ACS und Teams können parallel laufen, sodass die Rufnummern in Etappen umziehen und ACS als Ersatzweg bestehen bleibt.
  • Beginnen Sie jetzt mit der Planung. Lizenzen, Tests und eine eventuelle Rufnummernportierung brauchen Zeit.

Was passiert?

Am 23. September 2026 hat Microsoft angekündigt, dass Azure Communication Services (ACS) als eigenständiger Dienst eingestellt wird. Für Dynamics 365 Contact Center betrifft das die Telefonie über ACS, sowohl bei Microsoft gekaufte Rufnummern (Direct Offer) als auch einen eigenen Anbieter über ACS Direct Routing, und außerdem SMS und WhatsApp über ACS.

Telefonie, die bereits über Teams Phone läuft, ist nicht betroffen. Microsoft bezeichnet Teams Phone extensibility als die strategische Sprachplattform für Contact Center. Bestehende ACS-Konfigurationen funktionieren mit dem heutigen Servicelevel weiter, bis einschließlich 30. September 2028. Neue ACS-Kunden können seit Herbst 2026 keine Rufnummern mehr beziehen oder dorthin portieren.

Dynamics 365 Contact Center selbst funktioniert auch nach 2028 weiter. Nicht mehr funktionieren werden Telefonie, SMS und WhatsApp, die dann noch über ACS laufen.

Drei Wege für den Umstieg

Microsoft nennt drei Wege für die Telefonie, je nachdem, wie Sie heute angebunden sind:

HeuteKünftiger WegPasst, wenn
ACS-Rufnummern von Microsoft (Direct Offer)Teams Calling PlanSie möchten, dass Microsoft weiterhin Ihr Telefonieanbieter bleibt.
ACS Direct RoutingTeams Direct RoutingSie möchten Anbieter, Rufnummern und SBC behalten oder nutzen erweitertes Routing und Ersatzwege.
ACS Direct RoutingOperator ConnectSie möchten, dass ein Anbieter aus dem Microsoft-Programm die Anbindung und die SBCs betreibt.

Dieser Leitfaden behandelt den Weg von ACS Direct Routing zu Teams-Telefonie mit Direct Routing. Unser Angebot für Telefonie für Dynamics 365 Contact Center beschreiben wir auf einer eigenen Seite.

Der Unterschied zwischen ACS und Teams Direct Routing

BereichACS Direct RoutingTeams Direct Routing
Der SBC wird eingebunden inACS-Ressource im Azure-PortalTeams Admin Center und Teams PowerShell
Rufnummern in DynamicsWerden in Dynamics angelegt oder importiertWerden einem Teams-Ressourcenkonto zugewiesen (eines pro Nummer) und mit Dynamics synchronisiert
LizenzenACS-VerbrauchTeams Phone für die Benutzer und eine kostenlose Lizenz pro Ressourcenkonto
Domainname des SBCDerselbe Name kann nicht gleichzeitig in ACS und in Teams eingetragen seinIm Parallelbetrieb wird ein neuer Name verwendet, und das Zertifikat muss beide abdecken, sofern Sie nicht je Name ein eigenes Zertifikat verwenden
ZukunftWird am 30. September 2028 eingestelltMicrosofts Zielbild

Derselbe SBC von AudioCodes lässt sich oft weiter nutzen, wenn Modell und Softwareversion auf Microsofts Liste der für Teams zertifizierten SBCs stehen und die Kapazität auch für das Contact Center reicht.

Zuerst den Bestand erfassen

Der größte Teil der Arbeit besteht darin, genau zu wissen, was Sie haben. Prüfen Sie:

  • Rufnummern: alle Nummern mit Typ, Land und Anbieter und ob sie aus ACS Direct Offer oder Direct Routing stammen.
  • Warteschlangen und Routing in Dynamics: welche Nummern zu welchen Arbeitsstreams und Warteschlangen gehören, Sprachmenüs und Copilot-Agenten, Öffnungszeiten, wohin Anrufe gehen, wenn die Warteschlange voll ist, und Voicemail.
  • Routing in SBC und ACS: Routen, Richtlinien und Rufnummernblöcke.
  • Abhängigkeiten: andere Systeme und externe Sprachmenüs, die die heutigen Wege nutzen, und ob Daten mit dem Anruf an Dynamics übergeben werden.
  • Aufzeichnung und Transkription: was aufgezeichnet wird und wie lange es gespeichert bleibt. Daten in ACS lassen sich während der Übergangszeit exportieren, werden nach der Einstellung aber gelöscht.
  • Der SBC: Modell, Softwareversion, Kapazität, Domainname, Zertifikat und Firewallregeln.
  • Lizenzen und Rollen: Teams Phone, Ressourcenkonten und Dynamics, und wer Administratorrechte in Teams und Azure hat.
  • Notfalladressen für jede Nummer.
  • Der Telefonieanbieter: Verträge und Abhängigkeiten.
  • SMS und WhatsApp über ACS: werden separat umgestellt, SMS auf Twilio oder Infobip und WhatsApp auf Twilio.

Vollständiger Umstieg oder Parallel­betrieb

BereichVollständiger UmstiegParallelbetrieb
DomainnameDerselbe Name wird in ACS entfernt und in Teams eingetragenEin neuer Name für Teams, während ACS bestehen bleibt
ZertifikatUnverändertMuss beide Namen abdecken
RisikoUnterbrechung, während sich die Änderung verbreitetMehr Konfiguration, aber Rufnummern können in Etappen umziehen, und ACS bleibt als Ersatzweg bestehen

Für ein Contact Center, das nicht stillstehen darf, empfehlen wir den Parallelbetrieb: Die Rufnummern ziehen gruppenweise um, und ACS bleibt bestehen, bis der neue Weg getestet ist.

Testen, bevor Sie umziehen

Beginnen Sie mit einer Testnummer oder einer nicht kritischen Nummer und testen Sie:

  • verschlüsselte Verbindung und Signalisierung zwischen dem SBC und Microsoft
  • eingehende Anrufe in die richtige Warteschlange und zu den richtigen Mitarbeitenden
  • ausgehende Anrufe mit der richtigen Rufnummernanzeige
  • Weiterverbinden, Rückfrage und Voicemail
  • Aufzeichnung, Transkription und Sprachmenüs
  • Daten, die mit dem Anruf an Dynamics übergeben werden sollen
  • Notrufe, wo relevant

Nach dem Umzug überwachen Sie die Gesprächsqualität und prüfen, ob der SBC in Microsofts Überwachungsansicht für Direct Routing als aktiv angezeigt wird.

Eine sinnvolle Reihenfolge

  • Rufnummern, Warteschlangen, Routing, SBC und Lizenzen erfassen.
  • Lizenzen und lokale Vorschriften bestätigen.
  • Die Zielarchitektur entwerfen und zwischen vollständigem Umstieg und Parallelbetrieb wählen.
  • Ein Pilotprojekt mit einer Testnummer durchführen.
  • Den Produktivbetrieb in einem Wartungsfenster mit wenig Verkehr umstellen, eine Rufnummerngruppe nach der anderen.
  • Validieren, überwachen und die ACS-Konfiguration zuletzt abbauen.

Beenden Sie die ACS-Abrechnung nicht und geben Sie keine Rufnummern frei, bevor alles stabil läuft.

Risiken, auf die Sie achten sollten

  • Unterbrechung beim vollständigen Umstieg, während sich die Änderung verbreitet.
  • Die Firewall: ACS und Teams können unterschiedliche Adressbereiche für Medien nutzen.
  • Eine globale Routingrichtlinie in Teams kann Anrufe fälschlich an den Direct-Routing-Trunk leiten. Verwenden Sie gezielte Richtlinien.
  • Eine Rufnummernportierung kann vom bisherigen Anbieter abgelehnt werden und lässt sich nur schwer rückgängig machen.
  • Notrufe aus dem Contact Center sind außerhalb der USA schlecht dokumentiert und müssen getestet werden.
  • Microsofts Dokumentation ändert sich schnell. Stützen Sie sich auf Seiten, die nach der Ankündigung im September 2026 aktualisiert wurden.

Zuletzt aktualisiert am 14. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Weitere Fragen

Müssen wir jetzt etwas tun?

Sie müssen nicht jetzt umziehen, sollten aber mit der Planung beginnen. Bestandsaufnahme, Lizenzen, Pilotprojekt und eine mögliche Rufnummernportierung brauchen Zeit, und ein Umzug in Ruhe ist besser als einer kurz vor dem Stichtag.

Können wir unseren AudioCodes-SBC behalten?

Meist ja, wenn Modell und Softwareversion für Teams zertifiziert sind und die Kapazität reicht. Wir prüfen das bei der Bestandsaufnahme.

Wie lange dauert es?

Die eigentliche Konfiguration geht schnell. Zeit brauchen Bestandsaufnahme, Lizenzen und Tests. Mit Teams Direct Routing bleiben die Rufnummern normalerweise beim Telefonieanbieter. Eine Portierung wird dann nötig, wenn Sie den Anbieter wechseln oder von Microsoft bereitgestellte Rufnummern aufgeben, und die Dauer hängt dann vom Anbieter und vom Land ab.

Sind SMS und WhatsApp betroffen?

Ja, wenn sie über ACS laufen. Diese Kanäle werden separat umgestellt, SMS auf Twilio oder Infobip und WhatsApp auf Twilio, und gehören deshalb in die Bestandsaufnahme.

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