Ratgeber · Leitfaden
Teams und bestehende Telefonanlage: Parallelbetrieb und schrittweiser Umstieg
Sie müssen nicht alles auf einmal umstellen. Mit Direct Routing arbeiten Teams und Ihre bestehende Telefonanlage zusammen, während Sie eine Gruppe nach der anderen umziehen, und was in der Telefonanlage bleiben soll, kann dort bleiben.
Das Wichtigste in Kürze
- Teams wird über Direct Routing und einen zertifizierten SBC (Session Border Controller) mit der Telefonanlage verbunden. Der SBC schützt und übersetzt die Gespräche zwischen Ihrem Netz, dem Telefonieanbieter und Teams.
- Anbieter, Rufnummern und SIP-Trunks können Sie behalten. Ein SIP-Trunk umfasst die Telefonleitungen und Rufnummern des Anbieters über das Internet.
- Ziehen Sie Gruppe für Gruppe um, und schalten Sie die Telefonanlage erst ab, wenn alles umgezogen ist oder einen Ersatz hat.
- Contact Center, Alarmierung und analoge Geräte können länger bleiben oder eine eigene Lösung bekommen.
- Notrufe und Zertifikate sind die häufigsten Fallstricke.
So funktioniert der Parallelbetrieb
Direct Routing ist dafür ausgelegt, Teams über einen zertifizierten SBC mit bestehenden Telefonanlagen, analogen Geräten und SIP-Trunks zu verbinden.
- Mitel unterstützt Direct Routing mit MiVoice Business, MiVoice 5000, MX-ONE und OpenScape. Verträge mit dem Anbieter, Rufnummern und SIP-Trunks bleiben dabei erhalten.
- OpenScape 4000: Die Dokumentation des Herstellers beschreibt das Zusammenspiel mit Teams über einen AudioCodes-SBC und die integrierten SIP-Trunks der Telefonanlage.
- OpenScape Voice: AudioCodes hat eine Anleitung, wie die Telefonanlage über Mediant SBC an Teams angebunden wird.
- Ohne Direct Routing gibt es Mitel Assistant, eine Registerkarte in Teams mit Präsenz in beide Richtungen, Anrufliste und Verzeichnis. Die Telefonie bleibt dann in der Mitel-Telefonanlage.
Ein gemeinsamer Rufnummernplan
Mit Teams-Telefonie über Direct Routing behalten Sie Ihren Rufnummernvertrag mit dem Anbieter. So wird es im Parallelbetrieb meist gelöst: Der Rufnummernblock kommt beim SBC an, der für jede Nummer entscheidet, ob der Anruf zu Teams oder zur Telefonanlage geht. Zieht eine Gruppe um, wird das Routing für ihre Nummern geändert, und sie erhält ihre Nummern in Teams. Interne Gespräche zwischen Teams und Telefonanlage laufen über den SBC, der zwischen Nebenstellen und vollständigen Rufnummern übersetzt.
Schritt für Schritt
- Bestandsaufnahme und Konzept: Telefonanlage, Rufnummernblöcke, Verträge mit dem Anbieter, Contact Center, analoge Geräte und Alarmierung.
- SBC und Anbindung an Teams: Domain, Zertifikat, Firewall und Routing.
- Pilotprojekt mit einer Testgruppe: ein- und ausgehende Anrufe, Notrufe, Ersatzwege und Gesprächsqualität.
- Umzug Gruppe für Gruppe, eine Abteilung oder ein Standort nach dem anderen.
- Abschaltung der Telefonanlage, wenn die letzten Funktionen umgezogen sind oder einen Ersatz haben.
Benutzer, die über Direct Routing telefonieren, müssen ihr Konto in der Cloud haben und Teams als einzigen Client für Anrufe und Chat nutzen.
Das bleibt oft in der TK-Anlage
- Contact Center, die auf der Telefonanlage aufbauen, können bleiben und über den SBC an Teams angebunden werden. Mitarbeitende, die in Mitel CX arbeiten, können intern in Teams zusammenarbeiten.
- Analoge Geräte wie Alarmanlagen, Aufzüge, Türsprechstellen, Fax und Notruftelefone können in der Telefonanlage bleiben oder über den SBC oder einen Analogadapter angebunden werden.
- DECT- und andere Schnurlostelefone im Gebäude lassen sich in manchen Fällen an Teams anbinden, müssen aber Modell für Modell geprüft werden.
- Vermittlungsplätze mit erweiterter Abwesenheitsinformation und Funktionen, die Teams fehlen.
Geben Sie jeder dieser Funktionen eine verantwortliche Person und eine Entscheidung: umziehen, ersetzen oder behalten.
Fallstricke
- Notrufe (112): Bei Direct Routing müssen Route und Richtlinie für die Notrufnummer eingerichtet und getestet werden, und die Adresse muss für jede Nummer beim Anbieter hinterlegt sein.
- Notbetrieb in Niederlassungen: Bei Notrufen im Notbetrieb werden keine Standortinformationen übermittelt.
- Der Web-Client unterstützt nicht alle Funktionen für Notrufe und Sprachwege. Erwägen Sie, Anrufe ins Telefonnetz dort zu sperren.
- Zertifikate: Der SBC muss den neuen Stammzertifikaten von Microsoft vertrauen, und die eigenen Zertifikate müssen immer häufiger erneuert werden.
- Software außerhalb der zertifizierten Version kann dazu führen, dass Microsoft Supportanfragen ablehnt.
- Transcoding zwischen Audioformaten kostet Kapazität im SBC.
Zuletzt aktualisiert am 14. Oktober 2026.
Häufige Fragen
Weitere Fragen
Können wir unsere jetzige Telefonanlage behalten?
Ja. Die Telefonanlage kann für die Gruppen und Funktionen weiterlaufen, die sie brauchen, während der Rest zu Teams umzieht.
Wie lange können Teams und Telefonanlage parallel laufen?
Technisch so lange, wie Sie wollen. Zwei Systeme kosten aber Lizenzen, Support und Know-how. Planen Sie deshalb ein Enddatum für die Telefonanlage oder für die Funktionen, die bleiben sollen.
Brauchen alle sofort eine Teams-Phone-Lizenz?
Nein, nur diejenigen, die ihre Telefonie zu Teams verlagern. Wer in der Telefonanlage bleibt, braucht keine.
Sehen die Mitarbeitenden in der Telefonzentrale sowohl die Telefonanlage als auch Teams?
Ja, mit einem Vermittlungsplatz, der die Präsenz sowohl aus der Telefonanlage als auch aus Teams lesen kann, zum Beispiel Trio Enterprise von Enghouse Interactive.
Weiterlesen
Produkt
AudioCodes SBC
Die Mediant-Familie für Teams Direct Routing, SIP-Trunks und sichere Telefonieintegration.
Ratgeber
Telefonanlage modernisieren oder ersetzen?
Eine Entscheidungsgrundlage, wenn Sie heute MX-ONE oder OpenScape nutzen.
Lösung
Migration der Telefonanlage
Von der alten Telefonanlage zur neuen Plattform oder zu Teams, Schritt für Schritt und mit einem Rückfallplan für jede Etappe.
Lösung
Teams-Telefonie
Anrufe direkt in Microsoft Teams tätigen und annehmen, mit Direct Routing über AudioCodes und Anbindung an die Telefonanlage.
Sprechen wir über Ihre Kommunikation
Schildern Sie uns, wo Sie heute stehen, ob mit Telefonanlage, Teams oder Contact Center. Wir melden uns mit einem Vorschlag. Fragen kostet nichts.
